11. August 2022

Ultratrail Fränkische Schweiz geht ins zweite Veranstaltungsjahr

Zweites Streckenangebot, mehr Startplätze und Veränderungen an der Ultrastrecke – der Ultratrail Fränkische Schweiz geht ins zweite Veranstaltungsjahr

Die erste Ausgabe des Ultratrail Fränkische Schweiz hatte alles, was wir uns für unsere Debütveranstaltung erträumen konnten„, erinnert sich Johannes Hendel. Darauf ausruhen wolle sich das fünfköpfige Orgateam aber keinesfalls. Der 2. Ultratrail Fränkische Schweiz verspricht Neuerungen und Optimierungen. Denn auch bei einem nahezu vollkommenem Debüt sei noch Luft nach oben und einige Verbesserungen für das Folgejahr möglich.

Der UTFS ruft zum 2. Ultratrail Fränkische Schweiz. | Foto by Gerhard Illig Photography

Der Ultratrail wird um zweite Strecke "Speedtrail" ergänzt

Schon zum Debüt gab es eine große Nachfrage nach einer zweiten, kürzeren Strecke. Bei etlichen Streckenbegehungen und im Rahmen der UTFS Community Runs entstanden durch die Ost- und Westschleife zwei attraktive Trails unterhalb der Marathondistanz. Um den 33km langen Speedtrail noch attraktiver zu machen, führt die neu entwickelte Strecke – anders als der Ultratrail – schon nach wenigen hundert Meter auf den Trail und damit auf einen langen und steilen Uphill.

Die Ultrastrecke verläuft vom Marktplatz in das Wiesenttal erstmal einige Kilometer flach entlang der Wiesent„, erzählt Streckenchef Werner Schlund. Was für den Ultratrail gewollt ist, stört Schlund für die geplante Halbdistanz. „Addiert man die ersten 3 flachen Kilometer mit dem ebenfalls flachen Ende bis zum Marktplatz, sind wir schnell bei 6 Kilometer.“ Damit sei der Anteil entschieden zu groß und eine Umplanung der Westschleife nötig. Und so führt der neue Trail schon nach 500m auf einen anspruchsvollen Trail.

Ein Name ließ sich auch schnell finden: Speedtrail. „Einen 33km langen Trail mit fast 1400 Höhenmeter Speedtrail zu nennen ist natürlich schon ein wenig provokant„, lacht Stefan Meyer, Namensgeber des Trails. Doch liegt im Namen auch jede Menge Strategie. Nicht alle ambitionierten Trailläufer:innen haben Interesse an der Ultradistanz. Und unter ihnen gäbe es jede Menge laufstarke Athlet:innen. „Es ist durchaus vorstellbar, dass wir auf dieser Strecke Zeiten in unter 150 Minuten erleben könnten„, weiß Meyer und ergänzt: „Dann ist der Name Programm und der Speedtrail wird seinem Namen mehr als gerecht“.

Für Einsteiger geeignet

Doch der Name will nicht abschrecken. Schließlich habe man sich bewusst für eine Distanz unterhalb des Marathon entschieden, um Einsteigern und Hobbyläufern die Möglichkeit zu bieten, einen Zugang zum Trailsport im fränkischen Mittelgebirge zu finden. Von einer Stammtischwette rät Gründungsmitglied Matthias Barsch allerdings ab: „Ohne eine entsprechende Grundlage ist das Risiko eines Rennabbruch oder gar einer Verletzung durchaus erhöht. Der Trail ist hochfrequentiert und an einigen Stellen technisch anspruchsvoll.

Zwei bis drei Stunden sollte man im Training schon mal gelaufen sein und etwas Erfahrung auf waldigen Pfaden haben. Dann stünde dem Trailabenteuer in der Fränkischen Schweiz nichts mehr entgegen, meint Barsch.

Speedtrail

33km | 1380hm

Der Trail startet und endet am Marktplatz Ebermannstadt, ist hervorragend für Traileinsteiger geeignet und lädt gleichermaßen für sehr schnelle Zeiten ein. Unterschätzen solltest du den kleinen Bruder des Ultras aber nicht – immerhin sind 1380 Höhenmeter und einige technische Passagen zu bewältigen.

Große Sorge um Startplätze

Schon die Debütveranstaltung zeigte große Begehrlichkeit und bestätige eine erhöhte Nachfrage in der Trailrunningszene. Schließlich war man schon in der Voranmeldephase nach sieben Tagen ausverkauft.

Die Sorge, dass die Startplätze wieder so schnell vergriffen sein könnten sei groß. „Wir bekommen wöchentlich mehrere Nachrichten und werden gefragt, wann die Anmeldung startet und ob es wieder so streng limitiert sei„, erzählt Hendel und gibt Entwarnung: „Im Rahmen der Eventskalierung werden wir neben dem zweiten Streckenangebot auch ein größeres Kontingent an Startplätzen zur Verfügung stellen„. So sollen zum Start der Anmeldephase am 03. Oktober insgesamt 500 Startplätze vergeben werden – 300 für den Ultratrail und 200 für den Speedtrail. Allzu lange sollte man aber lieber nicht warten: „Wir spüren schon jetzt, dass die Szene heiß auf den nächsten UTFS ist„, so Hendel.

Priorität Tier- und Naturschutz

In Zukunft will der UTFS auf eines seiner großen Highlights verzichten. Ab 2023 wird die 65 Meter lange Oswaldhöhle nicht mehr durchlaufen, sondern nur noch der technisch anspruchsvolle Trail über der Höhle genutzt. Grund dafür ist, dass die Höhle ein Zuhause für dutzende Fledermäuse ist. Zwar würden diese ihren Winterschlaf nicht unmittelbar in der Haupt- sondern vielmehr in den vielen tiefen Nebenhöhlen halten, doch blieben sie nicht ungestört, wenn am 22. April 2023 bis zu fünfhundert Sportler:innen durch die Höhle laufen. „Es schmerzt uns, dieses absolute Highlight aus der Streckenführung zu nehmen„, gesteht Florian Troeger und fährt fort: „Wir haben uns intensiv mit dem Thema beschäftigt und einen lokalen Fledermausexperten zu Rate gezogen.“ Da dieser das Vorhaben nicht gänzlich befürworten kann, habe man trotz Freigabe durch den Tier- und Naturschutzbund dennoch auf das Highlight verzichtet. „Es ist nicht nur so daher gesprochen – uns ist der Schutz von Tier und Natur sehr wichtig. Also mussten wir ehrlich und konsequent handeln und die Oswaldhöhle rausnehmen.„, bezieht Troeger Stellung.

Veränderungen am Ultratrail

Auch der Ultratrail sei vom Schutz der Höhle betroffen. Der Verlust soll den Gesamteindruck nicht schmälern. „Wir sind verwöhnt„, schmunzelt Werner Schlund, der als Streckenchef jeden Winkel der Fränkischen Schweiz kennt. Schlund ergänzt: „Wenn ein Highlight wegfällt, nehmen wir eben an anderer Stelle eines dazu„. So wird der Ultratrail um einen weiteren Kilometer länger und innerhalb der  66 Kilometer eine längere Schleife im Landkreis Bayreuth eingebaut, um neben der Burg Rabeneck auch die Burg Rabenstein und die Ludwigshöhle einzusammeln. Die Summe an Höhenmetern bleibt beständig: Mit 2760 Höhenmeter liegt man leicht über dem Wert der Strecke von 2022.

Ultratrail

66km | 2760hm

Gegründet als Ultratrail, bleibt auch in Zukunft die Ultradistanz unsere Königsdisziplin. Mit kleinen Veränderungen zur Strecke von 2022 schicken wir dich durch die Schönheit der Fränkischen Schweiz. Burgen, Höhlen und ein schier endloses Hoch und Runter wird dir alles abverlangen und so manchem den letzten Nerv rauben. 

Auf geht´s zum 2. UTFS am 22. April 2023

Mit dem neuen Streckenangebot fühle sich das Orgateam sehr wohl und gewappnet. Man ist sich sicher, auch 2023 wieder für unvergessliche Trailmomente zu sorgen.

Die Anmeldephase startet am 03. Oktober 2022. Wer neben einer Erinnerung weitere Insider-News erhalten möchte, sei das Newsletter-Angebot zu empfehlen. 

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Ausschreibung 2023

Die Ausschreibung für den 2. Ultratrail Fränkische Schweiz am 22. April 2023 in Ebermannstadt, Fränkische Schweiz.

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